Oekologie/Rekultivierung und Renaturierung

Geologie

Die Aegerten Schotter bei Wynau bilden eine Terrasse beim Zusammenfluss von Aare, Langete und Murg. Diese Schotter liegen ausserhalb der letzteiszeitlichen Gletscher. Sie sind aber durch die Schmelzwasserflüsse dieser Gletscher geschüttet worden. Eine direkte Verbindung zu Moränen ist also nicht sichtbar. Da die Schotter in der Aegerten mehr als 10 km vom Eisrand entfernt abgelagert wurden, sind die Feinanteile untervertreten. Speziell ist die petrographische Zusammensetzung: aufgearbeitete Gerölle aus der Napfnagelfluh dominieren das Spektrum (Quarzhaltige Gesteine sind übervertreten). An zweiter Stelle sind Gesteine, die mit dem Rhonegletscher aus dem Wallis in Mittelland transportiert worden sind. Die Gesteine aus dem Berner Oberland (Niesen Brekzie) sind aber relativ selten. In diesem Zusammenhang wird auf die Gesteinssammlung hingewiesen, wir zeigen Ihnen diese gerne (auf Voranmeldung) bei der Verwaltung der Burgergemeinde Wynau.

Biologie

Wir kommen vom Dorf her und gehen dem Sportplatz entlang bis zu einer Wegverzweigung. Richtung Osten führt eine Transportpiste zur Deponie. Dieser Piste entlang wurden ehemalige Fahrspuren zu Kleingewässern. Diese mit Rohrkolben reich strukturierten Biotope bieten insbesondere den Kreuzkröten, Geburtshelferkröten, Bergmolchen und diversen Libellen einen idealen Lebensraum. Hinter diesen Gewässern erhebt sich ein Unterbodendepot. Steigt man dieses empor, hat man das Gefühl auf einer Juraweide en miniature zu sein: magerwiesenartige Struktur mit Salweiden und Waldföhren. Hinter dem Depot ist nur noch eine kurze Distanz bis an den Waldrand. In diesem dominiert eine grosse Eiche. Rund um den eindrücklichen Baum können durchlöcherte, halb abgestorbene Bäume entdeckt werden, welche von Spechten bearbeitet wurden. Mit etwas Glück kann der Buntspecht, der Grünspecht, die Hohltaube oder das Eichhörnchen beobachtet werden. Wieder zurück zur Wegverzweigung führt ein zweiter Weg entlang der Werkhalle zu den Kiesdepotplätzen. Am Rande dieser Depots finden sich ältere Sandhaufen und geschichtetes Holz. Das Holz ist Lebensraum diverser Hutpilze und im Sand bauen Wildbienen ihre Wohnungen. In der anschliessenden Böschung halten sich die Haselmäuse in Asthaufen versteckt. Ein Einschnitt in zwei steilen, mit Weiden bewachsenen Böschungen weist uns den Weg. Auf kurzer Distanz können mindestens fünf verschiedene Weiden ausgemacht werden: Sal-, Korb-, Purpur-, Silber- und Lavendelweide. Auf der linken Seite, angrenzend an die Weidenböschung blüht im Frühjahr ein Meer von Huflattich und im Sommer die majestätische Karde. Im Herbst wird dieser Ort von Distelfinkschwärmen bevölkert. Weniger offensichtlich, aber trotzdem ständig präsent sind Iltis, Dachs, Rehe und Fuchs. Eine in die Höhe ragende Nagelfluhmauer links der Strasse ist der Lieblingsort der Zauneidechse. Die Kolkraben nutzen eine geteerte Fläche beim Kieswerk um an ihre Nahrung zu gelangen. Sie lassen Baumnüsse aus grosser Höhe auf den Teer fallen um die aufgebrochenen Nüsse anschliessend zu verspeisen. Ein wahres Bijou befindet sich unterhalb des Kieswerks entlang den Bahngeleisen. Das Gebiet der alten Schlammweiher hat sich zum beliebten Lebensraum von Ringelnattern, Wasseramseln und Zaunkönigen entwickelt und an lauen Sommerabenden geben die "Glögglifrösche" (Geburtshelferkröten) ein eindrückliches Konzert. Um die Weiher wächst ein stark strukturierter Auenwald. Stehendes liegendes Totholz, mächtige Weiden und grosse Bestände von Aronstab wechseln sich ab.

Rekultivierung und Renaturierung

Nach dem Kiesabbau soll der beanspruchte Boden möglichst schnell und umfassend wieder als Landwirtschaftsfläche, Wald oder Naturzone benutzbar sein. Wir sind bestrebt, die Fläche nach Abbauende in einem guten Zustand der Allgemeinheit zurückzugeben. Die Wiederherstellung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen ist anspruchsvoll und zieht sich, fachgerecht durchgeführt, über mehrere Jahre hin. Boden lebt, deshalb wird bei der ganzen Rekultivierung darauf geachtet, dass sich die Biologie des Bodens voll entfalten kann. Bei Rekultivierungsarbeiten sind im Kieswerk Wynau die Richtlinien "Kulturland und Kiesabbau" (FSK 2001) des Fachverbands der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) massgebend.